Schlagzeuger

 

Leonardo wurde in San Piero in Bagno, in der Provinz Forli-Cesena, in Italien geboren. Begonnen hat die Karriere von Leonardo mit zwei Kaffeelöffeln, mit denen er jeweils aus Jux und Spass die Juke-box-Musik in einem nahegelegenen Restaurant begleitete. Er belustigte und unterhielt dabei die Gäste, meist Lastwagenchauffeure. Eines Tages betrat der Pianist Franco Galvagni die Wirtschaft und er hörte und spürte sofort, dass er es mit einem angeborenen Talent zu tun hatte. Er engagierte ihn vom Fleck weg und am 13. April 1962 reiste Leonardo mit seinem ersten Chef in die Schweiz - als Schlagzeuger des Galvagni-Quartetts.

Der Start war erfolgreich und bahnte dem jungen Schlagzeuger eine steile Karriere. Aber vorerst übte er in seiner Freizeit fast pausenlos und wenn er einmal abends frei hatte, studierte er andere Schlagzeuger um von ihnen soviel als möglich zu lernen. Sein unermüdlicher Fleiss, sein Ehrgeiz und sein Wille führten schliesslich zum Erfolg.

Leonardo verbrachte seine "Lehr- und Wanderjahre" vor allem in Deutschland und in der Schweiz. Er spielte in den ersten Jahren bis etwa 1965 u.a. mit Tony Tripodi, Pierre Jeanneret, Irene and the Valentine, den Rio Beri und den Los Treboles. Und er begleitete Errol Garner in einigen seiner Konzerte. Ausserdem konnte er bekannte Künstler wie Philippe Clay, Jean-Claude Pascal, Dario Moreno und viele andere begleiten. Oft wurde Leonardo eingeladen, in den Clubs der amerikanischen Militär-Flugbasen in Deutschland aufzutreten. Dort begleitete er viele berühmte Countrysänger.

1966 und 1967 traf Leonardo wieder mit Franco Galvagni zusammen auf und spielte während der Wintersaison im Palace Hotel und in privaten Villen in St. Moritz, u.a. auch an Gala-Abenden, die der Schah von Persien hatte organisieren lassen. An solchen Anlässen waren die reichsten und mächtigsten Leute der Welt anwesend, z.B. Onassis, Niarkos, Livanos, von Thyssen, Fürstenberg, Rothschild, Gunther Sachs und Brigitte Bardot, Alfred Hitchkock, Omar Sharif, Pierre Brice ......

1968 spielte Leonardo mit einer der besten Jazzformationen Europas, dem Trio Enzo Nestasio. Dieses Trio sollte nach USA und Mexico reisen, aber Leonardo wollte zu Gunsten seiner Familie darauf verzichten.

Für Leonardo begannen die internationalen Tätigkeiten mit Auftritten bei Blue Note in Paris und Amsterdam. Darauf folgten Reisen nach Hong Kong, Manila, Tokio, Seoul, Bangkok. Zurück in Europa waren Mallorca, Teneriffa, München, Frankfurt, Wien, Madrid, Barcelona und Mailand weitere Auftrittsorte. In guter Erinnerung bleiben eine Gala der UNO in Genf und mehrere Anlässe der FIFA in Zürich, Lausanne und Bern.

In der Zeit von 1969 bis 1979 war Leonardo in Zürich in der "Kindli-Band" von Joe und Willy Schmid engagiert. Mit diesem Orchester reiste er u.a. nach Nairobi, wo die Band zum Geburtstag des Präsidenten von Kenya, Yomo Keniatta, aufspielte. Auch am 15ten Jahrestag der Unabhängigkeit spielte die Band für dessen Nachfolger, den Präsidenten Daniel Arab Moi. An diesem Anlass trat auch Miriam Makeba auf. Leonardo begeisterte damals die 10'000 Gäste und die zahlreich anwesende Prominenz mit einem grossartigen Schlagzeug-Solo.

Unvergessen bleibt auch ein Empfang, den die Schweizerische Regierung zu Ehren der amerikanischen Astronauten der Mission "Apollo XIII" organisiert hatte. Lowell, der Captain der Mission, schickte Leonardo in Anerkennung seines Könnens von Cape Canaveral aus Fotos mit den persönlichen Widmungen aller Teilnehmer der Expedition.

Während seiner Zeit mit der "Kindli-Band" wurde Leonardo immer wieder für spezielle Aufnahmen des Radio-Orchster-DRS engagiert und er war auch Schlagzeuger für mehrere Aufnahmestudios und Fernsehwerbungen. Auch nahm er für Privatproduzenten mehrere Coverversion-Platten auf.

Eine spezielle Verpflichtung war die Zusammenarbeit mit dem Trompeter Horst Fischer, den Leonardo auf Tourneen und zu Studio-Aufnahmen begleitete.

 

1977 spielte Leonardo für den König von Thailand und 1979 für den Präsidenten von Süd-Korea, bei welchem Henry Kissinger zu Gast war. 1979 fand ferner eine weitere Gala im Hotel "Imperial" in Tokio statt, das vom Ministerium für Tourismus für das internationale Diplomatencorps organisiert worden war.

1985 gründete Leonardo sein eigenes Orchester, die "Leonardo Band", ein Sextett, das sich auf Galaabende und Tanzturniere spezialisierte. Als 1990 die Weltmeister-schaften in den Latin- und Standardtänzen im Kongresshaus in Zürich durchgeführt wurden, beauftragte man die "Leonardo Band" mit der musikalischen Begleitung. Im gleichen und darauffolgenden Jahr spielte die "Leonardo Band" anlässlich des Sechstagerennens im Hallenstadion in Oerlikon.

Die "Leonardo Band" begleitete u.a. auch die als Komponistin und Autorin bekannte Sängerin Nella Martinetti, die 1991 den Grand Prix Eurovision mit dem Lied "Bella Musica" gewonnen hat.

1995 wurde die "Leonardo Band" mangels wirklich guter Galaaufträge aufgelöst. Leonardo spielt seither als unabhängiger Schlagzeuger in unterschiedlichen Bands und Formationen. Dank seinem Können und seiner Anpassungsfähigkeit kann er sich so die für ihn finanziell und musikalisch interessanten Engagements aussuchen. Eines sei speziell erwähnt: seine Tournee im September 1997 mit der Blueskönigin Dana Sillespie in der Schweiz und in Italien.

Obwohl Leonardo vor allem Latin-Rhythmen und moderne Stilrichtungen der Unterhaltungsmusik liebt, begleitet er schon seit einiger Zeit auch die absolut besten Musiker der Schweizerischen Jazz-Scene ( New Orleans, Dixieland, Chicago Stil, Swing). Dank seiner ausgesprägten Musikalität verblüfft er seine Jazz-Kollegen mit seinem Verständnis für den alten Jazz. Er begleitet sie subtil und unaufdringlich, aber mit unglaublichen "drive".